Wahrheit

Lügen wie gedruckt? Vorwurf „Lügenpresse“

(zuerst erschienen auf Peira.org)

 

Von der Lüge im Politischen Teil 2

Bevor ich, wie bereits im ersten Teil angekündigt, auf die Frage nach der Lüge in Presse und Journalismus eingehe, möchte ich noch einmal kurz die Definition von „Lüge“ erläutern, die auch dem letzten Text als Einleitung dienen sollte: Das Wesen der Lüge ist vornehmlich die Intention, der Vorsatz. Sei es, um sich besser darzustellen, sei es für andere Formen der eigenen Vorteilsnahme.

In diesem Kontext gilt es nun auch, einen Mode gewordenen Schlachtruf dieser Tage zu betrachten:

„Lügenpresse“ – spätestens seit Aufmarsch der ersten Pegida-Veranstaltungen, der „Friedenswinter“-Bewegung, die mit Frieden herzlich wenig am Hut hatte, seit Populisten aller politischen Lager wachsenden Zulauf verzeichneten, geisterte dieser Vorwurf durch die Gesellschaft. Vor allem das rechte Lager skandierte diesen Begriff genüsslich und häufig in einem unerschütterlichen Glauben an eine „links-grün-versiffte“ (sic) Presse, die in ihren Augen den „Willen des Volkes“ verlog.

Nun ist der Begriff an sich nicht sonderlich originell, dafür aber umso geschichtsträchtiger. Weiterlesen

Die Geister, die ich rief

 

Zuerst erschienen auf Peira.org

Von der Lüge im Politischen – Teil 1

Mal offen, mal unterschwellig: Der Vorwurf, in der Politik und der politikbegleitenden medialen Berichterstattung würde permanent gelogen, ist omnipräsent. Aber auch Medien und Politiker gehen mit dem Vorwurf der Lüge nicht zimperlich um. Der politische Gegner, das Internet, die Umfragen der anderen: Kein Ort, an dem nicht angeblich gelogen würde, dass sich die Balken biegen.

Diese Idee führte dann wohl auch dazu, dass die Gesellschaft für deutsche Sprache das Wort „postfaktisch“ zum Wort des Jahres kürte. Dabei darf „postfaktisch“ als Begriff an sich als „postfaktisch“ angesehen werden, impliziert er doch, es hätte vorher eine „faktische“, also faktentreuere Zeit gegeben. Ein Trugschluss. Hätte es auch zum Unwort eher getaugt, gereicht es in „postfaktischen“ Zeiten jedoch oft, in aller Munde zu sein für Ruhm und Ehr‘. Weiterlesen