Terror

Terror in Manchester

Es gibt sicherlich unzählige Gründe, über den Terror zu schreiben, der Manchester heimgesucht hat. Noch mehr Gründe gibt es jedoch für mich, dies nicht zu tun.

Ich verweise auf meinen alten Beitrag „Terrorismus und die Rolle der Medien

Gerade der Attentäter wollte eben diese Aufmerksamkeit und er sollte damit nicht erfolgreich sein.

All mein Mitgefühl den Opfern und Angehörigen.

Terror Live

Kaum waren die ersten Meldungen zu den Terroranschlägen in Brüssel in der Welt, setzte die übliche mediale Reaktion ein:

In den Redaktionen suchte man Live-Material, „Footage“, um die Geschichte möglichst vor den Kollegen der Konkurrenz zu bringen, möglichst eindrucksvoller, möglichst näher am Geschehen.
Man suchte Augenzeugen, am besten noch verängstigt, am besten noch verstaubt, vielleicht blutverschmiert.
Umgehend wurde der Terror verschlagwortet, in Überschriften gepresst, mit Hashtags und Annahmen versehen, damit der Leser keine Sekunde verpassen möge.
Selbstverständlich immer die „Informationspflicht“ im Auge, der sachlich nie gedient wäre.
Was informiert den Medienkonsumenten schon besser darüber, dass Europa vom IS-Terror heimgesucht wird, als weinende Angehörige und Bilder von schreienden und weinenden Menschen, die aus einem qualmenden Zug entkommen.

Und so gab es sekündliche Berichterstattung von BILD über Focus, der SZ über die Tagesschau. „Mittendrin statt nur dabei“, das Motto der Nachrichtenagenturen, Zeitungen, Social-Media-Ableger diverser Medien. Alles im Sinne der verstörten europäischen Wertegemeinschaft, versteht sich. Weiterlesen

Hass

Knapp zwei Wochen sind die Ereignisse am Kölner Hauptbahnhof jetzt her.
Zwei Wochen, in denen man beobachten durfte, wie auf allen Seiten die Masken fielen.
Nun konnte es niemanden wirklich überraschen, dass auch auf Seiten der Flüchtlinge Kriminelle sein würden. Es sind Menschen zu uns gekommen, nicht Heilige.
Und gerade weil der Mensch nicht sonderlich friedlich ist, ist in unseren Breitengraden der Rechtsstaat entstanden, der die Rechte des Einzelnen regelt.
Genauso wenig überrascht es aber wohl, die vermeintlichen „Verteidiger“ von Kultur und Abendland als Spiegelbild der Ideologie zu erleben, die sie zu bekämpfen vorgeben.

Am 05.01.2016 veröffentlichte ich den Beitrag „Übergriffe in Köln“ und entschloss mich, nachdem bereits diverse Posts zum Aufruf zur Gewalt gegen meine Person von der FischundFleisch-Redaktion gelöscht worden waren, einige der Beiträge zu dokumentieren.
Entstanden ist heute eine Dokumentation des Hasses, die nicht zu rechtfertigen ist mit „Sorge um Frauen“, mit „Sorge um Sicherheit“ oder „Liebe zum Vaterland“.
Sie ist repräsentativ für das, was dieses Land tatsächlich bedroht:
Verrohung, Gewalt, radikale Ideologie, Abwendung von rechtsstaatlichen Prinzipien und demokratischen Ideen, Verlust an Respekt vor Meinungsfreiheit und vor Menschenleben.
Es ist eine Bedrohung von innen, nicht von außen.

Reaktionen auf meinen Blogbeitrag „Übergriffe in Köln“

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Terrorismus und die Rolle der Medien

Die SZ fragt heute: “Machen sich Journalisten zu Handlangern des internationalen Terrors, indem sie groß über die Anschläge berichten?” und “Wie sollten Medien über Terror berichten?”
Angesichts der Berichterstattung rund um die Anschläge in Tunesien eine gute Frage. Und diese wird, wie die SZ ebenfalls bemerkt, nicht zum ersten Mal gestellt. Wie mediale Berichterstattung und Terror sich gegenseitig befeuern habe ich bereits in einem Gastbeitrag auf Bernhard Torschs Blog “Der Lindwurm” unter die Lupe genommen, nachdem die Attentate in Paris und Kopenhagen die Presselandschaft erschütterten. Deshalb zum Thema noch einmal damaliger Artikel, da er nichts an Aktualität eingebüßt hat:

Zu den Attentaten in Paris und Kopenhagen ist viel geschrieben worden. Viel Reißerisches, zu viel für mein Verständnis, aber auch einige gute Beiträge wie z.b. der Blog-Beitrag des Lindwurm,“Der Zauber des Kailifats” und der unbedingt lesenswerte Artikel von Georg Seesslen, “Beginnend mit Worten, endend mit Blut”, der wohl spannendste Versuch bisher, die Ursachen für Terroranschläge dieser Art in Europa, verübt durch junge Menschen mit Migrationshintergrund, aber im jeweiligen Land geboren, zu erklären. Europäer von Geburt und dennoch offensichtlich so fremd im eigenen Land, dass die Perspektive, die jede denkbare eigene Zukunft bietet, nicht wert ist, das eigene Leben zu erhalten. So fremd, dass der Hass sogar den stärksten menschlichen Instinkt, den Überlebenstrieb, außer Kraft setzt. Die Frage danach, woher Hass und Entfremdung kommen wird in obigen Artikeln schon detailliert untersucht.

Mich treibt vor allem die Frage um, welchen Anteil Medien und Berichterstattung an der Zuspitzung der Geschehnisse haben. Weiterlesen