Revolution

Viva la Revolución – den digitalen Wandel gestalten!

Gut 40 Interessierte fanden sich gestern ein, als die Friedrich-Ebert-Stiftung zur Diskussion rund um die „digitale Revolution“ ins Kulturzentrum Pavillon Hannover lud. Vier Experten debattierten, teils miteinander, teils mit den Gästen, Vor- und Nachteile zunehmender Digitalisierung der Gesellschaft.
Teil der Gesprächsrunde waren:

Raúl Aguayo-Krauthausen – Autor und Aktivist
Nicola Röhricht – Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren – Organisationen
Christopher Lauer, MdA a.D. – Experte für Internetbeteiligung
Vanessa Reinwand – Weiss  – Direktorin der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel
Moderation : Graf Fidi Rapper – Autor und Aktivist

Schnell war klar, dass Digitalisierung und der damit verbundene gesellschaftliche Wandel von vielen als Herausforderung angesehen werden. Weiterlesen

Die Monarchie ist tot. Es lebe die Demokratie!

Kaum waren die Hochzeitsbilder der schwedischen Royals via Live-Übertragung und Tagesschau publik gemacht worden (in der altehrwürdigen Tagesschau, dem immer noch als seriös geltenden Fossil deutscher Nachrichtenlandschaft, gab es die Bilder inklusive Begeisterung über eine Braut in „weißer Spitze“, womit das Weltgeschehen wie immer auf den Punkt gebracht wurde) gingen mit Evelyn Roll von der SZ die royalen Pferde durch:

„Angela Merkel – Die stille Königin“

So schwärmt die Journalistin, deren Artikel im Feuilleton deutlich besser aufgehoben gewesen wäre, im Artikel dann auch:
„Sie ist die mächtigste Frau der Welt, die informelle Königin von Europa.“

Ganz dieser Ideologie folgend schäumt der gesamte Text über vor unterwürfiger Huldigung der Kanzlerin, ganz wie es zu anderen Zeiten Monarchen gebührte.
Kritischer Journalismus, ein Eckpfeiler der Demokratie, erkämpft in jahrelanger Mühe, noch heute nicht überall selbstverständlich, hinweggefegt mit wenigen Sätzen die mich Schamgefühle ob meines eigenen Östrogengehalts entwickeln ließen.
So beschäftigt sich der Text mit der Frage nach Frau Merkels Garderobe, ihrem Auftreten, der „Kanzlerinnenraute“, dem Rätsel um die Bedeutung ihrer nicht vorhandenen Handtasche (um Margaret Thatcher nicht allzu ähnlich zu wirken) und dann mit der Frage, ob Frauen „mit Macht besser umgehen können“.
Dies ist, wie auch im Text selber angemerkt, tatsächlich sexistisch. In beide Richtungen.
Nicht nur wird die Geschlechterfrage über die inhaltliche gestellt, was Männer und Frauen gleichermaßen diskriminiert, auch der restliche Text degradiert die Journalistin selber, und damit die Frau an sich, zu einem Menschen, der sich um nichts Wichtigeres zu sorgen weiß, als um Handtäschchen, Garderobe und Oberflächlichkeiten.
Ein unglaublich vereinfachter und einseitiger Blick auf ein Amt und eine Person, die mehr ist als nur die „erste Frau im Kanzleramt“.
Im Falle von Frau Roll ist diese Frage jedenfalls mit einem klaren „Nein“ zu beantworten, denn die Macht des Journalisten liegt in seiner Möglichkeit, den Leser über Inhalte aufzuklären, kritisch zu sein, zu hinterfragen. Weiterlesen