Freier Wille in Zeiten „sozialer“ Marktwirtschaft

Freier Wille in Zeiten „sozialer“ Marktwirtschaft

Es gibt Momente im Leben, die einschneidend sind, Weggabelungen an denen das Schicksal oder man selbst Weichen stellt von denen man weiß, dass sie entscheidend sind für alle kommenden Jahre, in denen man sich an eben diesen Moment erinnern wird, noch unsicher, ob reuig oder zufrieden.

In diesen Momenten sind auch die alten Entscheidungen wieder so präsent, als hätte man sie gestern gefällt.
All die Vorkommnisse, die das Jetzt und Hier erst ermöglicht haben.
In dieser Woche wird ein derart einschneidendes Erlebnis für mich Realität und auch wenn ich damit hadere, so scheint es doch die einzig richtige Entscheidung zu sein.

Aber ich muss ein wenig ausholen, denn heute und morgen gäbe es nicht ohne gestern und damit auch nicht die kommenden Tage und Jahre mit all den Konsequenzen, die meine Entscheidung mit sich bringen wird.

Seit Jahren bin ich arbeitsunfähig.
Die ärztliche Diagnose lautet Depression, Angststörung. Dazwischen gab es Phasen der Essstörung, Autoaggression, Sozialphobien.

Während im Diskurs über psychische Erkrankungen heute oft die physische Prädisposition im Vordergrund steht und man neurologische Vorgänge, genetische Vorbedingungen in den Vordergrund stellt, gerät der soziologische Aspekt zunehmend aus dem Blick der Öffentlichkeit und nicht selten auch aus dem Blick behandelnder Ärzte, die allzu oft in Neuroleptika ein Allheilmittel vermuten.
Und doch gehöre ich, mag auch eine physische Prädisposition begünstigend gewirkt haben, zu denen, deren Erkrankung vor allem soziologisch begründet ist.
Darin sehe ich einen der Hauptgründe, warum auch Medikamente bei mir nie angeschlagen haben. Man heilt vielleicht einen kranken Körper mit Neuroleptika, eine gebrochene Seele oder ein gebrochenes Herz sowie Traumata heilt man damit nicht.
Genauso wenig nehmen Medikamente die Erinnerungen, die im Falle einer Erkrankung, eng verwandt mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, immer „heute“ sind und niemals wirklich in der Vergangenheit verschwinden um Raum zur Heilung zu lassen.

Es waren keine neurologischen Vorgänge, die vorrangig meine Erkrankung begünstigten.
Es war das Aufwachsen mit Alkoholikern und Drogensüchtigen, die mich verwahrlosen ließen.
Es war täglicher Hass, tägliche Verachtung durch Klassenkameraden, offene Beschimpfungen, offenes angespuckt werden, Sprüche der Sorte: „Was machst Du denn hier? Ich dachte, Du hättest dich schon aufgehängt?“.
Es war das bewusste Wegsehen von Verwandten ebenso wie das bewusste Wegsehen von Passanten, die mich mit bedauernden Blicken musterten, wenn meine Eltern, die Kinder im Schlepptau, Sommertage auf der Parkbank verbrachten, die Bierflasche in der Hand. Über derartige Zustände regt man sich auf, wenn man darüber in der Zeitung liest. Wenn der Zwang zur Handlung nicht gegeben ist. Nicht aber, wenn die Konfrontation eigenes Unbehagen bedeutet.

Es waren Angst, Druck, Scham, Verachtung während fast jedes Augenblicks der Prägejahre, der Zeit, in der sich die Persönlichkeit formt, in der man lieben lernt und soziales Miteinander. In der man hinfällt und im besten Falle Familie und Freunde hat, die einem beibringen, dass man nicht alleine wieder aufstehen muss.

Es waren die unzähligen Erlebnisse überforderter, unkontrollierter und unbedachter Eltern, die betrunken uns oder sich gegenseitig beschimpften. Die im Rausch durch die Wohnung torkelten, dabei auch schon mal gegen Wände liefen, ob wir nun zusahen oder nicht.
Es war die alles vereinnahmende Einsamkeit und Enge des kleinen Zimmers, in dem ich den Großteil meiner Jugend verbrachte, waren mein Bruder und ich den Eltern doch am liebsten, wenn wir uns mit uns selbst beschäftigten.

Und so zogen sich all die Gefühle, die Schmerzen, das Unverständnis und die allgegenwärtige diffuse Angst zusammen zu einem einzigen Gefühl:
Dem Gefühl permanenter Ohnmacht.
Keine Chance auf Flucht, keine Chance auf Gegenwehr. Zumindest keine, die ich als Jugendliche hätte ausmachen können.

Der Mensch ist, ähnlich dem Tier, mit drei Grundreflexen ausgestattet: Angriff, Flucht, Totstellen im Falle von Bedrohung.

Da Angriff und Flucht nicht in Frage kamen und in mir auch nicht sonderlich stark angelegt sind, so war es das Totstellen, in das ich mich ergab. Schon damals.
Ich schlief viel, schaltete komplett ab, einem Computer ähnlich, der bei Überhitzung herunterfährt, bis er wieder abgekühlt und funktionsfähig ist.

Und doch: Meine Psyche war immer darauf ausgerichtet, möglichst konstruktiv mit allen Widrigkeiten umzugehen. Ich las, verkroch mich in Büchern wann immer es ging. Ich schrieb. Ich zeichnete. Kunst ist und war wohl zu allen Zeiten vor allem Zuflucht für all die, denen die Realität nicht mehr viel zu bieten hat, ein Medium, um der inneren Stimme Form zu geben, den Worten, die man nicht laut artikulieren kann oder darf.

Als ich dem Elternhaus entfloh, war ich siebzehn und noch wäre, vielleicht nicht alles, aber doch vieles, möglich gewesen.
Über diese Zeit schrieb ich bereits in der Vergangenheit hier.

Ich weiß, dass dies eine Phase war, in der ein wenig Förderung, Begleitung, Interesse und Unterstützung eine Gesundung möglich gemacht hätten.
Gebraucht hätte ich eine Zeit ohne Druck, ohne das Gefühl der Enge, ohne das permanente Gefühl zu versagen, wenn ich nicht wie erwartet funktionierte.
Doch diese Notwendigkeiten sind in Zeiten, in denen Mensch nach seiner Leistungsfähigkeit, nicht der potenziellen sondern der tatsächlichen, beurteilt wird, schlicht „zu teuer“.
Zwar erhält man Therapien, doch diese sind ebenso genormt wie der Rest der gesellschaftlichen Regulierungen.
Man darf sie nur über einen bestimmten Zeitraum in Anspruch nehmen, ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Auch Arbeitsreha ist ein solches Mittel und wurde versucht. Was bedeutete das in meinem Falle? Ich wurde, nur um die „Tagesstruktur“ aufrechtzuerhalten, in eine Einrichtung überwiesen, in der ich sinnlos Texte in den Computer eingeben sollte, wahlweise meine nichtvorhandenen Fähigkeiten im Nähen erproben konnte oder ähnlich Sinnfreies zu tun bekam. Was könnte man einem Menschen, der an der Sinnhaftigkeit seines Lebens zweifelt, schlimmeres antun, als ihm sinnlose Arbeiten zuteilen?

Das Problem mit der Artikulation eigener Bedürfnisse liegt dann darin, dass nur bezahlt wird, was im Katalog der Krankenkassen vorgegeben ist. Das heißt: Im Zweifelsfall erhalte ich lieber einen Aufenthalt in der geschlossenen Klinik, der mir in meiner Angst vor dem Zusammenleben mit anderen mehr schaden als nutzen würde, im Wert von einigen tausend Euro pro Monat, bevor man mir ermöglicht, z.b. ein Instrument zu erlernen oder irgendetwas zu tun, das auf konstruktive Weise eine Gesundung befördert hätte.
Konstruktiv heißt im Falle einer Erkrankung, die individuell unterschiedlich verläuft, auch einen individuellen Therapieansatz.

Was man mir also bot, war die Fortsetzung der Jugendjahre: eine Art Isolationshaft, in der ich meine Wände anstarrte, mich komplett in meinen Kopf zurückzog, das Leben weitestgehend aufgab, das ich mir eh nicht hätte leisten können.

Und so vergingen Jahre.

Die Versuche, selbstständig aus den Konsequenzen des Geburtennachteils auszubrechen, scheiterten mehrfach. Teils aus Mangel an Beweglichkeit der Behörden, die nicht begreifen wollten, dass zwischen arbeitsunfähig und voll arbeitsfähig gerade für psychisch Erkrankte die Notwendigkeit besteht, selbstbestimmter und flexibler einen eigenen Weg zu finden, um wieder bestmöglich integriert zu werden.
Und selbstverständlich auch immer wieder an den Spätfolgen der Traumatisierung. Die Ruhephasen, die ich nach Anstrengung benötigte, sie waren zu lang, um für eine Leistungsgesellschaft akzeptabel zu sein.

Die Zeit, in der ich selbstständig als Sängerin arbeitete, was schließlich in der Privatinsolvenz mündete, sie war gut aber auch anstrengend. Ich konnte am Wochenende arbeiten, die Woche war dann notwendig, um wieder Kraft zu schöpfen. Das so verdiente Geld reichte für Miete und Strom, nicht aber für Krankenversicherung und Steuern.

Die tiefe Müdigkeit, die bei vielen Depressiven Teil der Erkrankung ist und den Betroffenen permanent das Gefühl gibt, gegen den Strom zu schwimmen, mit zusätzlichen Gewichten am Körper zu kämpfen zu haben, bleiern und schwer, sie hat mich seit der Jugend nicht mehr verlassen.
Sie, lieber Leser, mögen vielleicht glauben zu wissen, was „bleierne Müdigkeit“ bedeutet, wenn Sie nach einem harten Tag nach Hause kommen, die Füße hochlegen und nur noch schlafen wollen. Ich versichere Ihnen, dass die „normale“ Müdigkeit damit wenig zu tun hat. Selbst nach acht bis neun Stunden Schlaf kann ich gelegentlich kaum meine Augen aufhalten.
Und doch ist Schlaf noch immer mein treuester Verbündeter, Flucht und ein wenig Regeneration gleichermaßen.

Meine Bitten mit Ende Zwanzig, eine Ausbildung zur Logopädin anfangen zu dürfen, sie wurden vom Jobcentermitarbeiter, der nicht einmal wusste, dass es sich bei der Logopädie um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf handelt, ausgeschlagen. Er erklärte mich mit einer Krankheit, deren Heilung ich nicht vorzeigen und schon gar nicht garantieren konnte, für einen finanziellen Risikofaktor. Meine Frage, ob er mich lieber den Rest meines Lebens würde finanzieren wollen, wurde mit „Ja“ beantwortet. (Dort, liebe Steuerzahler, wird Ihr Geld in den Sand gesetzt. Da wo Menschen wollen, ihnen aber Chancen verwehrt bleiben, zur Schönung von Statistiken und im Sinne kurzfristiger Ausgabenreduktion).

Dies galt im selben Maße für meinen Versuch, eine Ausbildung zur Erzieherin zu beginnen.
Dort wurde mir erklärt, dass ich als arbeitsfähig eingestuft würde, sobald ich irgendeine Tätigkeit in Vollzeit beginnen würde. Dies würde dann dazu führen, dass ich vollumfänglich dem Arbeitsamt zur Verfügung zu stehen hätte, für welche Tätigkeit auch immer.
Ein Ding der Unmöglichkeit für einen Menschen, der schon die Notwendigkeiten kaum schafft. Würde man mich z.b. zur Arbeit in einem Altenheim nötigen, für die mir psychische und physische Robustheit fehlt, ich wäre nur Wochen danach wieder kränker als zuvor.

Und ich möchte Ihnen, im Sinne der meisten Betroffenen, erklären, dass es sich bei dieser Feststellung nicht darum handelt, sich für eine Tätigkeit „zu schade“ zu sein. Es ist schlicht und ergreifend schon mühsam, die Dinge zu tun, für die man noch einen Rest Leidenschaft aufbringen kann. Es ist unmöglich, auf Befehl zu funktionieren. Noch dazu in einem Rahmen der permanenten Belastung, den die Altenpflege nun einmal mit sich bringt.

Ein wichtiger, selbst von Ärzten und Therapeuten stets unterschätzter Aspekt ist, gerade für die Betroffenen, die einmal „Opfer“ wurden, Gewalt- oder Missbrauchsdelikte erfahren haben oder sich nach psychischer oder physischer Gewalt jedweder Art wieder ins Leben kämpfen sollen, sich wieder als autonome Wesen zu erfahren.

Das frühere Opfer, der spätere Depressive oder anderweitig psychisch Erkrankte, er hat das Gefühl, dass ihm das Leben und jede Kontrolle entglitten sind. Fremdbestimmung durch Ärzte, Gesellschaft, ständige Bevormundung, Zwangsmedikation, all diese Mittel sind kontraproduktiv, einem Genesungsprozess abträglich.
Zu selten stellen Ärzte, Ämter, Verantwortliche die Frage: „Was glauben Sie, was Ihnen gut tun würde?“

Die letzten Jahre, die geprägt waren von permanenter Angst um meine Wohnung, der Angst vor Obdachlosigkeit und zwei abgenötigten Umzügen nach Privatisierung des Mietshauses, in dem ich gerade wohnte, haben sich auch auf meine Psyche negativ ausgewirkt. Der Elan, den ich vor einigen Jahren noch hatte, er ist ebenso abhandengekommen wie mein Bedürfnis, für alles möglichst konstruktive Lösungen zu finden.

Eine Weile hatte ich Freiwilligenarbeit geleistet, mich in der Grundschule vor Ort als Lesementorin eingesetzt. Nur ein paar Stunden die Woche, aber Regelmäßigkeit ist etwas, das nur selten gelingt, wenn die Welt gerade finster aussieht. Diese Tätigkeit habe ich aufgegeben, nachdem mein Kater entlaufen war, mein Herz. Ich meldete mich ab, für ein paar Wochen nur, wurde umgehend ersetzt und nach der Feststellung, dass es keinen kümmerte, ob ich kam oder eben nicht, mochte ich nicht weitermachen.
Wieder war es die Frage nach der Sinnhaftigkeit, die eine Arbeit hat, in der man nicht fehlt, wenn man sie nach über einem Jahr aufgibt.

Was waren meine Wünsche für mein Leben?
Ich war nie sonderlich ehrgeizig, auf Erfolg aus. Mir schien das Konkurrenzdenken der anderen immer eher fremd.
Nach Familie habe ich immer gesucht, habe mich von Eltern meiner Freundinnen in schöner Regelmäßigkeit quasi „adoptieren“ lassen.
Und heimlich habe ich wohl auch immer gehofft, irgendwann ergäben sich vielleicht Liebe und Familie von selbst.
Wir wachsen auf mit dem Märchen grenzenloser Freiheit und Selbstbestimmung.
Uns wird erzählt, wenn wir nur genug wollten, wenn wir nur ehrgeizig genug seien, so ergäbe sich der Rest von alleine.
Uns wird erzählt, wir bekämen zurück was wir geben.
Als wäre das Leben so logisch und stringent konzipiert und immer gerecht.

Und so musste und wollte ich in den letzten Wochen eine Entscheidung fällen, denn eine Abtreibung käme im Falle einer unfreiwilligen Schwangerschaft niemals in Frage.
Ich bin gerade 36 geworden und die biologische Uhr war nicht mehr zu überhören.
Ebenso, wie die Fakten, nicht nur die persönlichen, auch die gesellschaftlichen, nicht zu übersehen waren:

Unsere Gesellschaft wird kälter, das Gerangel um die Futtertröge aggressiver, trotz eines ansteigenden Bruttoinlandsproduktes pro Kopf.
Der Sozialabbau lässt befürchten, dass meine Kinder noch schlechtere Chancen haben würden als ich sie hatte und im Gegensatz zur Behauptung der Beatles, dass alles was man brauche Liebe sei, bin ich , nicht mehr so naiv wie früher, eines Besseren belehrt worden.

Auch ich lerne noch hin und wieder Männer kennen, auch wenn die Tatsache, dass ich nicht zu den funktionsfähigen Menschen zähle, kaum die Chance lässt, eine Beziehung entstehen zu lassen. Auch werde ich, zugegebenermaßen, mit zunehmendem Alter  nicht unbedingt kompromissbereiter.

Und Alleinerziehend zu sein irgendwann in absehbarer Zukunft, denn so eine lange Zeitspanne möglicher Fruchtbarkeit liegt gar nicht mehr vor mir, wäre das denkbar?
Das ist  schon ohne Erkrankung ein Wagnis, wird doch eine alleinerziehende Mutter, die nicht mindestens einem Job nachgeht, dabei perfekt aussieht und den Schein der glücklichen Mutterschaft wahrt, dieser Tage gerne mal als „asozial“ eingestuft.

Welche Bildungschancen hätten meine Kinder? Wie sollten sie in der Gegend, in der ich lebe und in der Jugendliche sich behaupten, indem sie sich in Gewalt und Mutproben gegenseitig überbieten, einen Platz finden, der ihnen eine bessere Zukunft in Aussicht stellt?
Wie sollte ich sie ernähren? Wovon in Notfällen ein Taxi rufen, wenn es mit Fieber ins Krankenhaus ginge? Würden sie gemobbt wie ich, nur weil man ihnen die Armut ansieht?
Sollte ihre Kindheit geprägt sein von Erinnerungen daran, bei der „Tafel“ anzustehen?
Vom ständigen „Nein“ im Supermarkt?
Von wenig Hoffnung auf das Musikinstrument der Wahl, dem Sport, in dem sie ihr Talent beweisen können?
Könnte ich auch nur annähernd darauf hoffen, eine gute Mutter zu sein?
Die Mutter, die ich in meiner Vorstellung sein wollte?

Es ließe sich weit mehr schreiben über den Mangel an Freiwilligkeit, der in meiner „freiwilligen“ Entscheidung, mich am Donnerstag (13.08.15) sterilisieren zu lassen, liegt.
Wie zornig es mich macht, in einem der reichsten Länder dieser Erde aus Geldmangel auf mein eigenes Leben aber auch auf das Leben meiner potenziellen Kinder zu verzichten.

Doch selbst in der „Dokumentierten Patientenaufklärung“, die ich von meinem Gynäkologen erhalten habe, steht unter „Wann ist eine Sterilisation sinnvoll?“ schwarz auf weiß als letzter Punkt vermerkt: „(Wenn) ein Kind eine hohe finanzielle Belastung für Sie oder Ihre Familie bedeuten würde“

Und Sie, „besorgte Bürger“, die Sie ständig davon faseln, dass das Geld nun mal nicht für alle reiche, dass man ja nicht einfach tun könnte, was man wolle, dass ja nun wirklich nicht jeder Kinder haben müsse (Sie natürlich ausgenommen), Sie können sich Ihre Hasstiraden sparen, denn sorgen müssen Sie sich nicht mehr.
„Das Boot ist voll“, die Nachricht ist angekommen.
Ich habe mich in Ihrem Sinne entschieden.
Jedoch nicht für Ihr Wohl, sondern für das meiner Kinder, die ich nicht haben werde.
Dafür, dass diese Kinder ihr Leben nicht mit Ihrer Verachtung leben müssen, nicht unverdient Hass zu spüren bekommen, sich nie überflüssig fühlen müssen in einer Gesellschaft, in der Überfluss nur willkommen ist, wenn es der Überfluss der „Leistungsträger“ ist.

Vergessen Sie nur nicht, dass die Gesellschaft, die Sie derart schaffen und gestalten auch die sein wird, mit der Sie im Alter und angesichts schwindender Leistungsfähigkeit konfrontiert sein werden.

 

(Veröffentlicht am 12.08.15 auf Tonfarbe.wordpress.com)

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Posted on: 18/03/2016SusannahWinter

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